Schloss Agathenburg

Das Schloss Agathenburg nimmt im Elbe-Weser-Dreieck historisch und baugeschichtlich eine herausragende Stellung ein. Der schwedische Generalgouverneur der Herzogtümer Bremen und Verden, Hans Christoph von Königsmarck, ließ das Schloss nach dem Dreißigjährigen Krieg 1655 als seinen Landsitz am Geesthang mit Blick auf das Elbtal erbauen. Die historische Bedeutung der Anlage Schloss Agathenburg beruht insbesondere auf der architektonischen und gartenbaulichen Einmaligkeit innerhalb der Region und auf dem politisch-gesellschaftlichen Wirken der Grafenfamilie von Königsmarck.
Das Schlossgebäude wurde 1921 nach einem Brand wieder aufgebaut. Der Gewölbekeller stammt noch aus der Erbauungszeit. Südwestlich vor dem Schloss befinden sich der ehemalige Pferdestall und die ehemalige Gutsscheune (1742/43). Die Gebäudeanordnung aus der Erbauungszeit mit Torhaus, Marstall, Brauerei und Wohnungen ist in der Gestaltung des Vorplatzes wieder sichtbar. Zum Schloss führt eine gepflasterte, von Linden gesäumte Allee.

Große Gutsscheune
Die große Gutsscheune gehört mit zu der Denkmalgruppe des Schlosses Agathenburg. Das Gebäude scheint bis 1881 als Pferdestall mit Rauhfutterboden gedient haben.

Pferdestall
Der Pferdestall ist ein Nebengebäude des Schlosses und wird für öffentliche und private Feiern genutzt. Es ist ausreichend Platz für Konzerte mit Chören, kleineren Orchestern, Jazz- und Rockgruppen.

Kulturprogramm
Seit 1991 ist das Schloss Agathenburg Kulturzentrum des Landkreises Stade. Die Kulturstiftung Schloss Agathenburg veranstaltet Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Vorträge.

Ausstellungen
Eine Dauerausstellung führt in die Vergangenheit: Die Geschichte der Ortschaft, des Schlosses und seiner Bewohner wird durch Exponate, Bilder und Texte veranschaulicht.

Konzerte
Im Erdgeschoss befindet sich der Kammermusiksaal. In den Sommermonaten bietet der Schlosspark eine schöne Kulisse für Freiluftkonzerte.


Schlosspark Agathenburg

Ursprünglich gehörte zum Landsitz der Grafen von Königsmarck ein großer Barockgarten. Dieser lag unterhalb des Schlosses in der Marsch, war quadratisch angelegt und durch Wasserläufe sowie Nutz- und Zierpflanzen gegliedert.

Im letzten Jahrhundert ist der sog. "Große Garten" Weideland und der Bahnlinie gewichen.

Südöstlich des Schlosses befinden sich ein alter Baumgarten und zwei Fischteiche. Oberhalb der Teiche befindet sich die Familiengruft des Amtmannes Melchior Siegfried Hofmeister.

Mit der Erbauung des Schlosses entstanden zugleich ein Torhaus, Marstall, Brauerei und Wohnungen für die Dienerschaft. Die Lage dieser Gebäude ist heute in der Gestaltung des Vorplatzes wieder sichtbar. Parallel zum Vorplatz erstreckt sich ein Blumengarten mit landschaftstypischen Bauerngartenstauden, der nach barockem Vorbild angelegt wurde.

 

Skulpturenpark
Der das Schloss umgebende Park ist ein attraktiver Ausstellungsort der Skulpturensammlung der Kreisparkasse Stade.


Schloss und Park zu Horneburg

Nachdem bis zum 17. Jahrhundert sich einige Burgmänner neue Gutsanlagen beiderseits der Achse der Langen Straße angelegt hatten, errichtete die verbleibende Familie von Düring das Gut I auf dem Vorburggelände mit allen landwirtschaftlichen Nebengebäuden eines Gutsbetriebes.

 

Das seit 1886 zweigeschossige Herrenhaus im Tudor-Stil hatte seinen Vorgänger in einem siebenachsigen niedersächsischen Hallenhaus von 1840. Das repräsentative Gebäude weist im Obergeschoß dekorative Andreaskreuze, Fensterverdachungen und Kranzgesimse auf. Die östliche, zum Garten gewandte Hausfront mit mittigem Hauszugang über eine Freitreppe wird durch einen aufwendig verzierten, schmiedeeisernen Vorbau als Tragkonstruktion des darüberliegenden Balkons geschmückt.

 

Der südlich angebaute dreistöckige Backsteinturm verweist als ein Element englischer Schloßbaukunst auf übernommenes Stilempfinden aus der Zeit der Personalunion des Königreichs Hannover mit Großbritannien. Das spiegelt sich auch in der Gartengestaltung als englischer Landschaftspark wieder, wenn auch heute der Blick über die dafür typische wasserumflossene Garteninsel (die ehem. Hauptburg) leider durch Schrebergärten versperrt ist.


Gedenk- und Grabstätte Hans Much Nottensdorf

Bei der im Jahr 1932 errichteten Grab- und Gedenkstätte handelt es sich um einen errichteten Erdhügel mit Findlingsmauerwerk. Auf dem in der Mitte der Gedenkstätte errichteten großen Findling ist der Name "HANS MUCH 1880 - 1932" zu lesen. Darüber hinaus befinden sich dort mehrere größere Feldsteine mit ost-asiatisch klingenden (Hunde-)Namen. Es handelt sich hierbei um die Namen der Pekinesen-Hündchen des Professors Han-Foo, Wu-Ti, Yan-Yan, Ping-Pong.

 

Hans Much wurde am 24.03.1880 in Zechlin/Mark Brandenburg geboren. Er ist der Entdecker der nach ihm benannten "Muchschen Granula", einer Variante der Tuberkel-Bazillen.1914 wurde er Professor der Medizin und Direktor des serologischen Instituts in Hamburg-Eppendorf. Er entwickelte unter anderem die "Spalt-Tablette".

 

Hans Much verstarb im Alter von 52 Jahren. Auf seinen Wunsch hin wurde seine Urne unter einem großen Findling im Nottensdorfer Wald beigesetzt. Seine Beziehung zur Gemeinde Nottensdorf ergab sich durch die Gutsfrau Thekla von Düring, die, nachdem ihr Mann im 1. Weltkrieg ums Leben kam, die Verwaltung des Nottensdorfer Gutshofes übernahm. Eine Erkrankung führte Frau v. Düring in die Praxis von Professor Much. In der Folgezeit entwickelte sich eine Freundschaft zwischen der Nottensdorfer Gutsfrau und der Familie des Hamburger Medizin-Professors.